Blogs / Weblogs

Weblogs - kurz Blogs genannt - sind eine relativ neue Form von Content-Management-Systemen. Es sind virtuelle »Tagebücher«, »Logbücher« oder Online-Journal im Netz, aber diese Bezeichnungen greift zu kurz. Es handelt sich um Tagebücher, private Mitteilungen, Diskussions-Seiten, »schwarze Bretter« und Nachrichten - und um eine Mischungen daraus. Auch wenn sie oft einen persönlichen Charakter haben, gehen die meisten Blogs über private Informationen hinaus.

Die einzelnen Inhalte im Weblog sind dabei strikt chronologisch geordnet - der jeweils aktuelle Beitrag steht also oben auf der ersten Seite. Eine hierarchische Gliederung fehlt dagegen meistens, dafür werden die Inhalte durch Schlagworte (Tags) erfasst und kategorisiert. Eine besonderes Merkmal der Blogs ist die Kommentarfunktion, mit der die Besucher ihre Meinung direkt unter die Artikel schreiben können - damit kann also eine sehr direkte Kommunikation zwischen »Blogger« und Besucher entstehen.

Typisch für ein Blog sind neben der zeitlichen Gliederung und den Kommentaren auch die »Trackbacks«, die eine Verlinkung der Artikel durch andere Blogs anzeigen, und die Möglichkeit, neue Einträge als Nachricht an Abonnenten zu verschicken (RSS / Newsfeed). Besondere Formen der Weblogs sind Photo-, Video- oder Audio-Blogs (Podcast), die die traditionellen Formen des geschriebenen Wortes erweitern.

Wer bloggt?

Fast möchte man sagen: jeder! Blogs sind inzwischen eine beliebte Kommunikationsform im Netz geworden - es gab Mitte 2007 weltweit vermutlich über 75 Millionen Blogs (www.sifry.com/alerts), aber die Zahl steigt rasant. Nach Angaben des China Internet Network Information Center (CNNIC) fanden sich alleine in China Ende 2007 rund 72 Millionen Blogs von ca. 47 Millionen Bloggern - das würde bedeuten, dass sich jeder vierte chinesische Internet-Nutzer über ein Weblog mitteilt. Allerdings geht CNNIC davon aus, dass nur ein Drittel aller Blog-Schreiber ihre Seiten auch aktiv betreiben. Für Deutschland wurde die Anzahl auf über 25.000 aktive Blogs geschätzt (www.popkulturjunkie.de), einige Zählungen gehen aber auch von 1 Millionen deutscher Blogs aus (Communications Networks Trend / via Golem).

Was bloggt man?

Die Intentionen der Weblogs sind durchaus unterschiedlich. Ein größer Teil der Blogger beschäftigt sich tatsächlich mit persönlichen Themen: mit privaten Gedanken und Meinungen, mit dem täglichen Allerlei, mit Kochrezepten oder auch mit dem Befinden der Hauskatze. Diese relativ nahe Entsprechung zu einem herkömmlichen Tagebuch wird oft spöttisch als »Katzen-Content« bezeichnet, die Beliebigkeit der Meinungen ließ den Werbermacher Jean-Remy von Matt in einem vielbeachteten Vergleich von den Weblogs als den Klowänden des Internets sprechen (diese Aussage wurde allerdings später relativiert).

Ein anderer Teil der Blogger sieht eine Möglichkeit, im Netz auch quasi »ur-demokratisch« medien- und gesellschaftspolitisch tätig zu sein. Man versteht sich als Teil einer »Blogsphäre« (spöttisch auch Klein-Bloggersdorf genannt), die in ihrer Aktualität, Authentizität und direkten Kommunikation eine Ergänzung und einen Gegenentwurf zu den herkömmlichen Medien darstellt. Dabei zeigt sich oft auch eine inhaltliche Selbstbezogenheit - man bloggt gerne über das Bloggen an sich ;) Neben der Vielzahl der privat geführten Blogs gibt es inzwischen auch eine Reihe von Unternehmen, die »Firmen-Blogs / Corporate Blogs« als eine weitere Möglichkeit der Kundenbindung und -kommunikation erkannt haben. Eine satirische Typologie der Blogger findet sich auf den Seiten von Christian Hayungs (www.hayungs.de).

Für wen bloggt man?

Millionen von Blogs - wer will das alles lesen? Die grausame Antwort: meistens nur wenige Besucher! Viele Blogs erreichen nur einen sehr geringen Bekanntheitsgrad. Für die Blog-Schreiber mit eher privater Ausrichtung, die nur einen kleinen Kreis von Freunden und Verwandten ansprechen und informieren wollen, ist eine große Reichweite natürlich nebensächlich. Aber auch den anderen Bloggern gelingt es nur sehr selten, viele Leser an sich zu binden. Bekannte Blogs - auch spöttisch-kritisch als »A-Blogger« bezeichnet - haben einige Zehntausend Besucher pro Tag und sind dann zum Teil auch in der Lage und Willens, mit ihren Seiten Geld zu verdienen (meist über Werbeeinnahmen). Ein bekannte deutsche Seite wie BasicThinking erwirtschaftet im Monat zwischen 1000 und 2000 Euro, wenige große internationale Blogs verdienen sogar mehrer Hundertausend Dollar pro Monat (Übersicht bei paulamooney.blogspot.com).

Wie bloggt man?

Da Blogs inzwischen alltäglich geworden sind, bieten eine ganze Reihe von Anbietern kostenlose Blog-Plattformen an. Es ist also nicht nötig, die Software auf einer eigenen Domain aufsetzen, sondern man kann - ähnlich wie bei kostenlosen E-Mails - ein Blog sehr einfach bei einem dieser Anbieter einrichten.

Beispiele: